Nach Legionellenbefund im Hallenbad: SCHELL SWS und SCHELL Duschpaneele unterstützen die Trinkwasserhygiene

Das Hallenbad Rheinmünster musste wegen Legionellenbefalls in den Duschen vorübergehend den Betrieb einstellen. In nur sechs Monaten wurde daraufhin nachhaltig saniert – mit Produkten von SCHELL.

Betreiber von öffentlichen und halböffentlichen Sanitäreinrichtungen müssen sich der Gefahr durch Legionellen stets bewusst sein und besser Vorsorge als Nachsorge betreiben. Im Hallenbad Rheinmünster war bei einer Routineprüfung in der Damen- und der Herrendusche Legionellenbefall festgestellt worden, und es herrschte dringender Handlungsbedarf, zumal das Hallenbad auch von den örtlichen Schulen genutzt wird, die keine Ausweichmöglichkeit hatten.

Folgen des Klimawandels machen sich bemerkbar

Das Hallenbad Rheinmünster wurde 1976 erbaut. Aus dieser Zeit stammte auch noch die im Keller untergebrachte Mischstation für das Duschwasser. Hier war bis dato das Trink- und Brauchwasser für die Duschen des Hallenbades und die der benachbarten Sporthalle auf eine Temperatur von 40 °C gebracht und anschließend nach oben befördert worden. Vor allem wenn das Wasser über Nacht in den Leitungen stand, konnten sich Legionellen ungebremst vermehren. Hinzu kamen überdimensionierte und korrodierte Leitungen aus der Erbauungszeit, in denen sie sich ausbreiten konnten, sowie ein zu niedriger Leitungsdruck in einigen Strängen. Um die Mindestfließgeschwindigkeit überall aufrechterhalten zu können, war ein hydraulischer Abgleich notwendig. Hinzu kam ein Problem mit dem Kaltwasser. Schuld ist der Klimawandel: Die Temperaturen an der Eintrittsstelle der Versorgungsleitung ins Gebäude betrugen in heißen Perioden zuweilen 20 °C – die gängigen 80 Zentimeter Frostschutztiefe reichen inzwischen nicht mehr aus, um das Trinkwasser kühl genug zu halten. Es musste also regelmäßig Frischwasser ins Leitungssystem geführt werden, um stehendes Wasser auszuspülen und Bakterienvermehrung effektiv zu verhindern.

Im Duschpaneel integrierter Thermostat überzeugt

Zunächst wurden die überdimensionierten Rohrleitungen im Keller komplett ausgetauscht und fast das ganze Leitungsnetz „verschlankt“: aus DN 125 wurde DN 50. Die in die Jahre gekommene Mischwasseranlage wurde durch eine neue Anlagentechnik ersetzt, die 60 °C heißes Warmwasser erzeugt. Zudem wird das Wasser jetzt über zwei Trinkwasser-Leitungen für Kalt- und Warmwasser zu den Duschen geführt. Auch die alten Unterputz-Duscharmaturen wurden demontiert. Stattdessen kamen 17 elektronische Aufputz-Duschpaneele „Linus D-C-T“ zum Einsatz. Sie werten die Duschbereiche optisch auf, steigern den Komfort für Badegäste und sind sehr einfach zu warten. Ausschlaggebend für den Einbau der Duschpaneele war aber vor allem der integrierte Thermostat: Dann werden Heiß- und Kaltwasser nicht mehr im Keller, sondern im Duschpaneel selbst auf eine angenehme Temperatur gemischt. Durch die kurzen Wege von der Erwärmung bis zur Entnahme reduziert sich die Legionellengefahr enorm.

SCHELL Wassermanagement-System SWS bietet Sicherheit

Worauf trotzdem nicht verzichtet werden kann, wenn es um den Erhalt der Trinkwassergüte geht: regelmäßige Stagnationsspülungen. Daher werden die Duschen des Hallenbades Rheinmünster nun automatisch gespült. Die automatisierte Spülung simuliert den bestimmungsgemäßen Betrieb, sorgt für einen kompletten Wasseraustausch und dokumentiert diesen auch. Durch ein zweites Magnetventil im Duschpaneel besteht zusätzlich die Möglichkeit mit 70° heißem Wasser eine Thermische Desinfektion durchzuführen, um potenzielle Bakterien abzutöten. Die zentrale Steuerung und Dokumentation von Stagnationsspülungen und Thermischen Desinfektionen erfolgt über das SCHELL Wassermanagement-System SWS. Hier sind alle Spülzeiten gemäß den Vorgaben des Planungsbüros hinterlegt und jeweils mehrere Duschpaneele zu Spülgruppen zusammengefasst. Mit SCHELL SWS ist es möglich, dass einzelne Leitungsabschnitte und Duscharmaturen mit großem Volumenstrom ohne Personaleinsatz gespült werden können, was das Risiko von Biofilmen und Legionellenvermehrung in den Rohrleitungen relevant reduziert.

Mit Blick in die Zukunft geplant

Im Hallenbad Rheinmünster kam die kabelgebundene Variante von SCHELL SWS zum Einsatz: Es wurden BUS-Kabel zu den einzelnen Sanitärräumen verlegt und alle 17 Duschpaneele darüber angeschlossen. Die Daten werden per Kabel übertragen und können jederzeit ausgelesen und Parameter angepasst werden. Wartungseinsätze lassen sich so vorausschauend planen. Die Bedienung ist benutzerfreundlich, denn sie erfolgt einfach über die browserbasierte SWS Software mit dem gängigen PC, Tablet oder Smartphone. Das wirtschaftliche, erweiterungs- und updatefähige System vereinfacht ab sofort die Instandhaltung und erfüllt die Anforderungen zum Erhalt der Trinkwasserhygiene heute und in Zukunft. Denn mit der Sanierung der Trink- und Brauchwasseraufbereitung ist es in Rheinmünster noch lange nicht getan. Die gesamte Schwimmbadtechnik und Teile der Gebäudehülle müssen erneuert werden. Im Zuge dieser Maßnahmen lässt sich dann auch die Vernetzung von weiteren elektronischen SCHELL Armaturen per Kabel oder Funk in Angriff nehmen – an Waschtischen, WCs und Urinalen. Denn die Möglichkeit der Kombination von Funk und Kabel in einem Wassermanagement-System bietet derzeit nur SCHELL – und bietet damit den Schlüssel zum hygienisch sicheren und sparsamen Betrieb der Trinkwasser-Installation.

 

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